Mothers‘ Mercy Home – Kianjogu/Nairobi am 7. Dezember 2013

Heute findet die offizielle Verabschiedung von achtzehn jugendlichen Bewohnern des MMH statt. Das heißt, für sie ist die Zeit gekommen den Ort zu verlassen, der über Jahre ihr zu Hause war, wo enge Freundschaften entstanden,  wo sie jederzeit Hilfe und Unterstützung fanden –  materielle aber auch emotionale. Sie werden nun lernen müssen  ihr Leben selbständig in die Hand zu nehmen und Entscheidungen zu treffen, die ihr zukünftiges Leben nachhaltig beeinflussen werden. Kein leichter Schritt für die gerade mal achtzehnjährigen Jugendlichen.
Doch sie sind nicht alleine. Das Team des MMH und wir vom Projekt „ChiCa“ standen und stehen ihnen auch in Zukunft beratend und begleitend zur Seite. Besonders Mary (Youth Counsellor) und Charles (Senior Social Worker) sowie Rachael (Social Worker), haben in den vergangenen Monaten viel Zeit und Energie aufgebracht alle achtzehn Absolventen intensiv auf das Leben nach dem MMH vorzubereiten. Das fängt an mit der Aufstellung eines persönlichen Haushaltsbudgets, geht weiter mit der Frage, wie eine schriftliche Bewerbung verfasst wird und ein Vorstellungsgespräch abläuft.  Die Jugendlichen werden auch zukünftig weiter unterstützt, sei es bei der Begleitung  zu Bewerbungsgesprächen oder bei der Suche nach  einer geeigneten Unterkunft  in der Nähe des Arbeits- oder Studienplatzes.
Durch viele helfende Hände ist sichergestellt, dass die jungen Menschen nicht nur in der Vergangenheit optimal auf das neue Leben vorbereitet wurden, sondern dass sie auch in der, vielleicht nicht immer ganz einfach erscheinenden, Zukunft jederzeit mit unserer vollen Unterstützung rechnen können. Dafür wird von uns (CHC)  Sorge getragen.
Während nebenan in der Küche das Festessen zubereitet wird, sitzen wir zusammen mit den Schulabgängern in dem festlich geschmückten Activity Room des MMH. Von allen Seiten wird ihnen Mut zugesprochen, versucht man ihnen die Ängste vor dem bevorstehenden Schritt zu nehmen. Dabei spielt Kommunikation eine zentrale Rolle. Wie können wir mit den Auszubildenden, die demnächst irgendwo in Nairobi oder dem Umland leben werden, weiterhin in Verbindung bleiben können? Mobiltelefone machen es möglich! Und so ist die Überraschung groß, als allen Jugendlichen ein Handy inklusive SIM-Karte und Guthaben überreicht wird. Gute gebrauchte Telefone, die nicht mehr benötigt wurden, finden so eine sinnvolle Verwendung. Danke an alle Spender!

Viel Freude über die neuen Handys
Viel Freude über die neuen Handys

Das Unbehagen über die Situation, die noch zuvor bei allen zu spüren war, weicht nun langsam einer neuen mutigeren und selbstbewussteren Einstellung, die ein „wir schaffen das schon“ zum Ausdruck bringt. Aber wie sieht nun konkret unsere weitere Unterstützung aus? Hierfür haben wir einen „Ausbildungsvertrag“ ausgearbeitet; ein Vertrag, der das Verhältnis zwischen uns – CHC – und den Auszubildenden in wichtigen Punkten regelt. Neben gewissen Rechten, haben natürlich beide Vertragspartner auch Pflichten, die zu erfüllen sind. Fördern, aber auch fordern ist hier die Devise. Mit der Unterschrift eines Vorstandsmitglied und des Auszubildenden wird dann alles verbindlich.
Nun ist der Augenblick der Entscheidung gekommen. Alle hatten bis nach dem Mittagsessen Zeit sich mit dem „Ausbildungsvertrag“ auseinander zu setzen, mit uns Gespräche zu führen und so Unklarheiten zu beseitigen. Werden alle unterschreiben? Wir bitten alle, die ihre Unterschrift leisten wollen, mit ihren Vertrag nach vorne zu kommen, sodass wir gemeinsam das Schriftstück ratifizieren können. Alle Absolventen stehen auf, reihen sich mit dem Dokument in der Hand in eine lange Schlange ein und wir unterzeichnen gemeinsam das Stück Papier, das ihre weitere Zukunft  bestimmt.

Die Unterschrift - Und damit der Beginn eines neuen Lebensabschnittes
Die Unterschrift – Und damit der Beginn eines neuen Lebensabschnittes

Wir werden also auch  weiterhin  gemeinsam den zukünftigen Lebensweg beschreiten.
Der Abend kommt näher und für uns wird es Zeit aufzubrechen. In der Nacht geht es auf dem LH Cargo Flug zurück nach Frankfurt. Für die achtzehn jungen Menschen ist nach diesem ereignisreichen  Tag im MMH  die Zeit gekommen, neue Wege zu gehen, neue Erfahrungen zu machen und viel Neues zu lernen. Es ist das Ende eines Lebensabschnittes und der Anfang eines neuen. Einige werden schon morgen ihre privaten Sachen hier im MMH zusammenpacken und in ihr neues Leben aufbrechen. In den kommenden Wochen werden sie Praktika in unterschiedlichen Branchen und Unternehmen –  im Großraum von  Nairobi aber auch an der Küste – aufnehmen und erste Eindrücke eines zukünftigen Berufslebens sammeln können. Ob in einer Schreinerei, in der Buchhaltung und im IT-Bereich, für alle wurde etwas gefunden, worauf sie aufbauen können. Für viele geht das Praktikum ab April/Mai  2014 über in einen regulären Ausbildungsplatz.
Das alles wäre aber nicht möglich, wenn nicht zahlreiche Spender und Förderer unermüdlich dieses Projekt unterstützen und damit zum Erfolg unserer Arbeit beitragen. Zum einen die, die durch eine Ausbildungspatenschaft die teilweise erheblichen Kosten für die Jugendlichen übernehmen, und zum anderen die zahlreichen Unternehmen in Kenia, die sich bereit erklärt haben einen Ausbildungsplatz zur Verfügung zu stellen. Auf diesen Weg ein herzliches „Asante Sana“!
Vorschau nächster Bericht: Die ersten Schritte im Berufsleben

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