Summercamp 2012 – Workshop „Sun: Power of Nature“

Arno Pfeifer & Corinna Roehricht
Denken wir an Kenia, so drehen sich unsere Gedanken auch irgendwie um Sonne! Der atemberaubende Augenblick, wenn sie über der weiten Savanne Ostafrikas aufgeht. Oder ihre wärmenden Strahlen an Kenias Stränden, während in Europa der kalte Novemberregen auf unser Gemüt drückt. Sonne und Kenia sind in unseren Gedanken untrennbar miteinander verbunden.Was liegt da näher, als genau diese Sonne zum Mittelpunkt eines Workshops zu machen. Schließlich ist „Nachhaltigkeit“ das zentrale Thema unseres diesjährigen Summercamps. Welche alternativen nachhaltigen Energien stehen uns zur Verfügung um natürliche Ressourcen zu schonen? Denn nach wie vor wird in Kenia überwiegend mit Feuerholz geheizt und gekocht. Besorgt wird das Holz durch wilden Einschlag, da es auf dem Markt für viele unerschwinglich ist.
Stellt Sonnenenergie einen Ausweg aus diesem Dilemma dar? Diese Frage wollten wir in den fünf Tagen unseres Workshops „Sun – The Power of Nature“ gemeinsam mit den elf jungen Teilnehmern beantworten. Aber wie funktionieren Solaranlagen eigentlich? Wie wird aus Sonnenlicht Strom oder wie kann Wasser mit Hilfe der Sonne erwärmt werden?Diese Fragen konnte Manita beantworten, eine junge kenianische Ingenieurin, die sich auf Solartechnologie spezialisiert hat. Sie erklärte uns die grundsätzliche Funktionsweise von Solaranlagen, zeigte uns wie Sonnenlicht in Strom umgewandelt wird und beantwortete geduldig die neugierigen Fragen der Teilnehmer. Besonders hob sie die guten beruflichen Möglichkeiten hervor, die der Solartechnik-Markt hier in Kenia bietet. Vielleicht eröffnet sich hier ein zukünftiges Berufsfeld für die Jungen und Mädchen des MMH?
Nach der Theorie folgt die Praxis. In den kommenden zwei Tagen wurden Solarlampen aus Holz hergestellt. Aus großen Holzplatten wurden Sterne ausgesägt und bunt bemalt oder mit Silberfolie bespannt, die dann als Reflektor diente. Zum Schluss wurden die Solarpanels und LEDs eingesetzt. Die Ergebnisse sind beeindruckend. Von einfachen Lampen konnte hier nicht mehr die Rede sein, vielmehr von Kronleuchtern.
Unterbrochen wurde die Arbeit immer wieder von theoretischen Einschüben und praktischen Versuchen. Hier wurden Fragen beantwortet wie etwa „wie funktioniert eigentlich eine Batterie?“ oder „warum leuchtet die Solarlampe nur im Dunkeln?“. Mit Hilfe eines Spannungsmessers und eines Solarpanels konnten die Kinder den optimalen Standort der Solarlampen auf dem MMH- Gelände ermitteln. Andere Versuche zeigten aber auch weitere Möglichkeiten der Stromgewinnung, wie etwa Windkraft oder – und davon waren alle fasziniert – Strom aus Kartoffeln, Zuckerrohr und sogar Ugali (dem typischen kenianischen Maisbrei).
Am letzten Tag haben wir uns an das Meisterstück gewagt: Dem Bau eines Solarautos! Motor, Achsen, Getriebe, Lenkung und Solarmodul mussten nach Bauplan zusammen gebaut werden und auf ein Chassis gesetzt werden. Nicht so einfach! Arbeiten nach Bauplan war für alle ganz neu. Die Zahnräder des Getriebes so zusammenfügen, dass alles „rund läuft“ war schon eine Herausforderung, auch für uns Betreuer. Aber überraschenderweise gab es keine Probleme. Das zweite Auto wurde sogar komplett selbständig von den Mädchen und Jungen gefertigt. Wo Werkzeug fehlte, wurde kurzerhand improvisiert. Tolle Leistung! Leider ist das geplante Solar Car Race mangels Sonnenschein ausgefallen. Schnell sind sie rumgegangen, die fünf Tage des Workshops. Wir hätten gerne noch weitergemacht. Danke an die Kinder! Ihr seid großartig! Aber wie heißt es so schön: nach dem Summercamp ist vor dem Summercamp!

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